Deutschland, Vorratsdatenspeicherung, Bürgerrechte, Ueberwachung, Bildung, Open Access, DRM, informationelle selbstbestimmung, Landtagswahl, Bundestagswahl, Europawahl, 2009, 18.01. 2009

Bundesfreiwilligendienst - Hartz IV für Anfänger?

Der Newsletter des Bundestags verkündet heute, dass Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) guter Hoffnung sei. Nein, sie sucht immer noch einen Weg, ihren Nachwuchs mit ihrem Beruf zu vereinbaren. Als kleiner Minister - pardon, als kleine Minsterin - ist das mit dem kargen Gehalt ja alles nicht so einfach. Andererseits haben ja auch schon andere Politikerinnen ihre Elternzeit genutzt, um auf traumhafte Anwesenheitsquoten zu kommen. Zurück zum Thema. Bald gibt es den "Bundesfreiwilligendienst". Und mit dem wird alles gut.

Schröder geht davon aus, dass er in weiten Teilen die Lücken schließen wird, die entsteht, wenn zum 1. Juli der Wehrersatzdienst wegfällt. Denn das Grundgesetz erlaubt diesen nur als Alternative zum Wehrdienst. Wird selbiger ausgesetzt, fällt auch der Zivildienst weg. Laut dem Gesundheitswesen Magazin ist das übrigens kein Problem für die sozialen Dienste. Dort wird auf eine Aussage des Geschäftsführer der Zentralstelle für Kriegsdienstverweigerer verwiesen. Laut ihm würden es ausreichen, von den bisher für den Zivildienst vorgesehenen 567 Millionen Euro im Bundeshaushalt 170 Millionen an die Bundesagentur für Arbeit zu geben. Damit könnten dann 15.000 Ersatzarbeitskräfte bei gemeinwohlorientierten Einrichtungen in Pflegehilfe und Betreuungsdiensten finanziert werden, die bisher Zivis beschäftigen.

Kurz nachgerechnet: 170.000.000 / 15.000 = 11.333€. Ein gut bezahlter Job sieht anders aus... Und 15.000 Vollzeitstellen statt 40.000 Vollzeit arbeitende Zivis erscheint mir auch ein wenig naiv, selbst wenn man die halbe Zeit des Zivildienstes als Einarbeitungszeit einsetzen würde. Vor gut 10 Jahren gab es auch noch fast 150.000 Zivis. Wer sich ein wenig mit den Zuständen im Pflegebereich auskennt weiss, wozu das geführt hat.

Aber jetzt wird ja alles gut. Glaubt zumindest die Frau Ministerin. Sie begründete ihren Optimismus vor dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am heutigen Mittwoch damit, dass zur Zeit mehr als 50 Prozent der Zivis ihren Dienst verlängern wollten. Sie folgert daraus, dass es eine hohe Bereitschaft gebe, sich freiwillig in der Gesellschaft zu engagieren. Meine bescheidene Vermutung ist aber, dass für die meisten der Zivis anonsten Hartz IV anstehen würde, bis dann vielleicht doch irgendwann mal ein Studien-, ein Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle gefunden sind. Auch lässt sich durch eine Verlängerung die ansonsten anfallende Leerzeit bis zum Beginn von Studium oder Ausbildung "gut" überbrücken. Aber das ist meinerseits natürlich reine Spekulation. Und bestimmt wird alles gut. Wir müssen nur ganz doll daran glauben.

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Tweets von @musikpirat

  • @Seb666 Natürlich nicht. Es wird nur jede Nachricht vor Veröffentlichung auf ihren Inhalt überprüft und dann freigeschaltet. vor 4 Stunden 25 Minuten
  • @Seb666 Ach so. Solange nur die zensiert werden, die uns nicht passen, ist alles nicht so schlimm? vor 4 Stunden 53 Minuten
  • Sollten wir jemals wieder einen Propaganda- oder Zensurminister brauchen, haben wir mit @Seb666 einen überaus qualifzierten Kandidaten. vor 4 Stunden 57 Minuten
  • @Duesenberg_ ok. :) vor 5 Stunden 44 Minuten
  • @Duesenberg_ meldest du dich noch? vor 6 Stunden 4 Minuten