Ich habe Stefan "Aaron" Koenig nicht gewählt!
Wenn einen das Leben eines relativ häufig lehrt dann, dass es immer noch schlimmer kommt. Nicht "kommen kann", sondern "kommt". So ist auch der aktuelle Blogbeitrag von Stefan "Aaron" Koenig wieder ein Tiefschlag mitten ins piratige Gemächt. Keine Woche ist er aus Israel zurück, und schon fordert er, "der Westen" müsse den Iran angreifen.
Auch wenn ich normalerweise Krieg für kein geeignetes Mittel der Politik halte: dies ist einer der seltenen Fälle, in denen der gezielte Einsatz militärischer Mittel, nämlich die Zerstörung der iranischen Nuklearanlagen, einen weit größeren Schaden vermeiden könnte.
Natürlich geht er davon aus, dass der Iran das ganze lächelnd hinnimmt und sofort einsieht, dass er einen bösen Fehler gemacht hat. Wie kann ein souveräner Staat nur daran denken, sich nuklear zu bewaffnen. Schlieslich machen sowas ja erwiesenermaßen nur Schurkenstaaten, die dann sofort atombombend durch die Weltgeschichte sprengen. Wenn man kein Schurkenstaat sein will, hat man natürlich keine nuklearen Sprengköpfe.
Fast genauso erschreckend finde ich, dass sich (soweit mir bekannt ist) nur Andreas Popp von den Worten seines Mitvorstands distanziert. Jens Seipenbusch glänzt seit Monaten wieder durch Transparenz (letzter Blogeintrag war kurz vor des Bundestagswahl) und der restlichen Vorstand? Tiefes Schweigen. Natürlich kann man jetzt damit argumentieren, dass die Piraten ja so basisdemokratisch sind und der Vorstand überhaupt nichts zu sagen hat. Dennoch treffen sich seit wenigen Minuten die Vorstände aller Landesverbände in Kassel. Um sich zu vernetzen.
Egal, ich schweife ab. Ich bedauere es zutiefst, dass Stefan Koenig mit am Abstand den meisten Stimmen um Beisitzer im Bundesvorstand gewählt wurde. Ich bedauere es zutiefst, dass er auch seinem Posten klebt wie eine Schmeissfliege auf - na ihr wisst schon. Andere Piraten werden vor den parteiinternen Kadi gezerrt, weil sie Jahre vor der Gründung der Piratenpartei Bullshit im Netz geschrieben haben und sich nicht ordentlich, schnell und oft genug von sich selber distanziert haben. Aber der Koenig im Hofstaat geniesst Narrenfreiheit.
Allaaf und Helau!
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Das gespaltene piratische Verhältnis zur Identität
from Die wunderbare Welt von Isotopp on So, 03/07/2010 - 13:48Die inhaltliche Debatte um Aaron König ist ein wenig abgeklungen, und auch der Berliner Landesparteitag der Piratenpartei ist durch, sodaß ich einmal die Gedanken zu Blog bringen kann, an denen ich im Rahmen der Debatte immer wieder hängen geblieben bi...
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Kommentare
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[...] Deren Parteigründungsprozess macht Fortschritte. Nach „Junge-Freiheit“-Interviews und Kriegsfans im Bundesvorstand sorgt jetzt die Gender-Thematik für Furore. Trotz der Ausheblung jeglicher real existierender [...]
der mann heisst koenig
der mann heisst koenig
*ähem* Peinlich, peinlich...
*ähem* Peinlich, peinlich... Danke!
Piratenpartei bald ohne Meinungsfreiheit?
Hallo Musikpirat,
daß Du anderer Meinung bist wie Aaron, das ist dein gutes Recht. Aber genauso ist es auch mein Recht, Dir zu widersprechen.
Ich denke, Aaron hat mit seinen Positionen Recht. Der Iran ist eine Gefahr für den Weltfrieden, er baut an der Atombombe und will Israel vernichten.
Darf die Welt dazu schweigen? Dürfen wir tatenlos dabei zusehen, wie ein verbrecherisches Regime den zweiten Holocaust an den Juden vorbereitet?
Gerade wir Deutschen stehen aus historischen Gründen in der besonderen Pflicht, so etwas nicht zuzulassen.
Aaron hat dies begriffen. Warum aber gibt es so viele Piraten, die glauben, man könne ein Verbrecherregime alleine mit Worten stoppen? Vielleicht weil keiner mehr selbst erlebt hat, was es heißt, unter der Herrschaft eines solchen Regimes zu leben bzw. zu leiden?
Israel wollen auch diverse
Israel wollen auch diverse andere Staaten vernichten. Den ein oder anderen hat Israel bereits recht erfolgreich kurz vor die Steinzeit zurückgebombt. Ohne Rücksicht auf zivile Opfer. Natürlich rechtfertigt das keinen Angriff auf Israel. Selbige sind aus gutem Grund völkerrechtlich verboten. So wie Angriff auf jeden souveränen Staat, der keine Kriegshandlungen initiiert.
Solange die iranische Regierung nur schwätzt, gibt es keinerlei Grundlage, den Staat anzugreifen. Ich halte es für deutlich sinnvoller, auf friedlichem Wege einen Wechsel der Staatsdoktrin herbeizuführen. Und war nicht nur im Iran. Vielleicht wären die Politiker dort aber auch etwas entspannter, wenn ein kleines Nachbarland, das alle paar Jahre in anderen Ländern einmarschiert, ebenfalls keine nuklearen Sprengkörper hätte.
Ah, und ich lehne jegliche "historische Pflichten" ab. Um es biblisch zu sagen: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.