Deutschland, Vorratsdatenspeicherung, Bürgerrechte, Ueberwachung, Bildung, Open Access, DRM, informationelle selbstbestimmung, Landtagswahl, Bundestagswahl, Europawahl, 2009, 18.01. 2009

Menschenrechte sollen auch in Killergames gelten

Wer glaubt, nur in Deutschland gebe es - nennen wir es mal vorsichtig - "übermotivierte" Menschenrechtler, der wird jetzt eines besseren belehrt.

"Menschenrechte sollen auch in Killergames gelten" liest man bei 20min.ch. Auch soll das internationale Kriegsrecht Anwendung finden.

"Ein Verstoss gegen diese universellen Rechte muss auch in den Spielen Konsequenzen haben", fordert Trial-Sprecherin Elisabeth Baumgartner. "Wenn etwa ein Zivilist erschossen wird, könnte ein Rotkreuz-Mitarbeiter auftauchen und den Spieler informieren, dass er gegen internationales Recht verstossen hat." Das ganze muss dann auch bestraft werden. Mit Punkteabzug oder sogar dem Abbruch der Mission.

Eschreckenderweise ist der Präsident der schweizer JuSos, Cédric Wermuth, davon begeistert. Er sieht die Möglichkeit, Jugendliche so zu sensibilisieren - ohne dass der Spielspaß darunter leide. Glücklicherweise hält aber Denis Simonet, Präsident der Piratenpartei dagegen und erklärt, dies wäre Zensur. Ethik im Spiel sei ein individueller Entscheid.

Denkt man diesen Ansatz konsquent weiter, würde dies massive Auswirkungen auf so ziemlich jedes Spiel haben. Ich erinnere mich da an einige Runden Risiko. Damals, vor vielen Jahren, als man Länder noch "erobert" wurden und Armeen "vernichtet". Wie sieht das dann in Zukunft aus? Muss man dann erst eine Resolution vor dem UN-Sicherheitsrat einholen, bevor man den Ural erob^^befreien darf? Wird es eine neue Einheit "eingebetteter Berichterstatter" geben und darf eine Armee noch noch eine andere vernich^^auflösen, wenn das unter Aufsicht des Roten Kreuzes geschieht?

Und was ist mit Büchern? Darf dort noch Folter beschrieben werden, oder begeht der Autor dann bereits ein textuelles Gedankenverbrechen? Muss Bruce Willis in "Stirb Langsam 5" (möge $Entität uns davor bewahren...) dann die Terroristen durch Verhandeln zur Aufgabe zwingen, statt sie einfach zu erschiessen? Und was ist er mit den Pokémons? Dürfen in Zukunft dann nur noch Transformer gegeneinander kämpfen?

Letzteres wäre ja durchaus human. Statt dass Kampfbomber Tanklaster in die Luft jagen (Kollateralschäden eingeschlossen), würden sich einfach ein paar Roboter irgendwo auf einem abgesperreten Arreal treffen und das ganze unter sich ausmachen. Oder die Führer der Länder duellieren sich irgendwo. Natürlich wird kein Schach gespielt, sondern Dame. Oder Halma.

Und ich schau dann heute abend erstmal "Braindead".

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Humanitäre Killerspiele gefordert

Die Meldung ist von Freitag und einen schönen Kommentar habe ich hier schon gelesen. Dennoch fühle ich mich genötigt, mit Centstücken um mich zu werfen:
Menschenrechte sollen auch in Killergames gelten titelt “20 Minuten Online”, ein schwei...

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