Grünanlagen Länger Weg: Planung wird offener

Nachdem es nach der Sitzung des Bauausschusses Ende März noch hiess, die Anwohner dürften nur über "einzelne Details" bei der geplanten Grünanlage mitsprechen, wurde bei der Anwohnerversammlung am Montag ein komplett anderes Bild gezeichnet. Dies lag mit Sicherheit auch daran, dass das Interesse der Bevölkerung deutlich größer war als erwartet.

Noch vor Beginn der Versammlung im Atrium mussten weiterw Stühle in den Raum gestellt werden und auch Tische wurden kurzerhand zu Sitzgelegenheit umfunktioniert. Insgesamt waren um die 70 Personen erschienen. Die Anwesenden hielten dann tapfer den Vortrag des Landschaftsarchitekten Wagner durch, der noch etwas ausführlicher ausfiel als beim Bauausschuss. Nach einer Stunde war es dann endlich soweit: Die Diskussionsrunde begann.

Bürgermeister Manfred Ockel hatte neun Themenbereiche ausgemacht, um etwas Struktur in die Fragen und Antworten zu bringen. Die am intensivsten diskutierten Punkte waren die Spielgeräte, Hunde und das geplante Wegenetz.

Eltern wollen Spielplatz statt Spielinseln

Wie erwartet gab es wenig Gegenliebe für die im Entwurf vorgesehenen Spielinseln. Fast alle anwesenden (und auch von mir im Vorfeld befragten) Eltern wollen lieber einen großen Spielplatz. Große Spielplätze bieten mehr Kontaktmöglichkeit für die Kinder untereinander und sind deutlich attraktiver, sind sich alle sicher. Nach Möglichkeit sollte aber auch südlich der Dahlienstraße noch ein Spielplatz eingerichtet werden, damit die Kinder nicht über eine stärker befahrene Straße müssen.

Auch von den Hundebesitzern wurde ein zentraler Spielplatz begrüßt. Mit diesem wäre es deutlich einfacher, sowohl Hunden als auch Kindern Freiraum zu gewähren. Unabhängig davon soll nach einem Platz gesucht werden, auf dem Hunde in der Nähe des Neubaugebiets Auslauf haben können.

Ja zu "Dog Stations"

Bei einer Blitzabstimmung sprach sich die Mehrheit der Anwesenden dafür aus, weiterhin "Dog Stations", also Behälter bei denen Tüten für Hundekot gezogen werden können, aufzustellen.

Mein Bericht über deren faktische Wirkungslosigkeit konnte nicht überzeugen. Die Praxis zeigt, dass die Stationen entweder beschädigt oder leer sind. Aber selbst wenn sie bestückt sind, folgt daraus noch lange nicht, dass sie auch genutzt werden. Zumindest machen die mit "Tretminen" gespickten Wiesen nicht den Eindruck, dass es sich nur um Ausnahmefälle handelt.

Drei Arbeitsgruppen eingerichtet

Insgesamt wurden drei Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Diese werden sich um die Themen "Spielgeräte", "Hunde" und "Fitnessgeräte" kümmern. Ich werde in der Gruppe "Spielgeräte" mitarbeiten und dort auch das Thema Wege bzw. Wegebelag einbringen. Das überaus großzügig geplante Wegenetz soll fast vollständig mit Aphalt gestaltet werden in den Kies eingewalzt wird. Für Inline-Skater und Tretrollerfahrer ist dieser Bodenbelag eine echte Herausforderung.

Während beim Bauausschuss für seine Verwendung niedrigere Kosten genannt worden sind, hieß es nun, damit wolle man eine Trennung von Fußgängern und rollenden Menschen erreichen. Für mich klingt das genauso wenig schlüssig wie die Aussage, man müsse die Ränder der Versickerungsflächen mit fast zwei Meter breiten, asphaltierten Wege absichern. Auf den Versickerungsflächen spielen so oder so Kinder und es wird laut Plan auch nur eine Seite mit einem Weg ausgestattet. Hier ist also definitiv noch Raum für Verbesserung.

Auch braucht es nicht bei jeder Wegekreuzung einen gepflasterten Platz. In der bereits umgestalteten Grünfläche kann man innerhalb von 10 Metern über Pflaster, "wasssergebundene Decke", in Kies gewalzten Asphalt und wieder wasssergebundene Decke gehen. Die wasssergebundene Decke sorgt dafür, dass auf dem Asphalt und den Pflaster kleine Steinchen rumfliegen, über die sich dann Skater und Tretrollerfahrer wieder ärgern.

So gehts weiter

Nach den Sommerferien soll es einen zweiten Termin geben, bei dem dann über die in den Arbeitsgruppen erzielten Ergebnisse abgestimmt wird. Ich denke, wir sind jetzt auf einem guten Weg.

Trackback URL for this post:

https://blog.christian-hufgard.de/trackback/558
Your rating: Keine Average: 5 (1 vote)

Bewerte dies

Your rating: Keine Average: 5 (1 vote)